Arten von Zahnspangen

Festsitzende Zahnspange

Mit der festsitzenden Zahnspange assoziieren die meisten Menschen fast automatisch die sogenannte Multibracketapparatur. Dabei handelt es sich um eine feste Zahnspange, für die kleine Körper aus Titan, Kunststoff oder Keramik – die Brackets – auf den Zahn geklebt werden. An diesen Brackets wird später ein Draht befestigt, über den ein Druck auf die Zähne ausgeübt werden kann. Durch diesen Druck der Multibracketapparatur sollen die Zähne in die gewünschte Position gebracht werden.


Heute werden im Rahmen der Kieferorthopädie verschieden Formen der festen oralen Zahnspange eingesetzt. Ein Behandlungsansatz geht davon aus, den gesamten Zahn, also Krone und Wurzel, zu bewegen. Der von Percy Raymond Begg entwickelte Ansatz für eine Behandlung über die Multibandapparatur geht einen anderen Weg. Hier wird zuerst die Zahnkrone bewegt. Erst im Anschluss daran erfolgt eine Verschiebung der Zahnwurzel. Der prinzipielle Mechanismus hinter beiden Varianten ist jedoch derselbe. Die Kombination aus Bracket und Drahtbogen übt eine Kraft auf den Zahn aus, die eine Verschiebung des Zahnes bewirkt.

Wie gestaltet sich aber nun die Behandlung bei einer festsitzenden Zahnspange? Nachdem feststeht, dass eine festsitzende Spange zum Einsatz kommen soll, müssen unter Umständen zuerst einmal Bänder eingesetzt werden, die starke Kräfte abfangen bzw. ein Ablösen der Brackets verhindern sollen. Im Anschluss wird der Zahn angeätzt, um dem Kleber der Brackets besseren Halt zu verleihen. Die Brackets werden durch den Zahnarzt in der richtigen Position angebracht, auf dem Zahn verklebt und können mit dem Drahtbogen verbunden werden. Der dadurch entstehende Zug ändert langsam die Stellung der Zähne. Deshalb müssen festsitzende Zahnspangen nach einer gewissen Zeit vom Kieferorthopäden bzw. Zahnarzt nachgestellt werden, damit sie immer die richtige Menge an Druck auf die richtigen Zähne ausüben. Im Laufe der Behandlung steigt die Dicke der verwendeten Drahtbögen, um stärkere Kräfte auf die Zähne ausüben zu können.

Lose Zahnspange

Lose Zahnspange

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Lose Zahnspange

Neben den festen Zahnspangen wird zur Behebung von Zahnfehlstellungen in der Zahnmedizin eine weitere Form, die lose oder herausnehmbare Zahnspange, eingesetzt. Wie der Name bereits verrät, kann die Zahnspange durch den Träger entfernt werden, was in einigen Situationen als ein Vorteil gelten kann.

Grundsätzlich werden bei den losen Zahnspange zwei Formen unterschieden. Bei der ersten Form handelt es sich um die sogenannte aktive Platte. Dabei handelt es sich um eine Variante der Zahnspange, die oftmals während des Gebisswechsels getragen wird. Durch die aktive Platte wird ein anhaltender Druck auf die Zähne und den Kiefer ausgeübt, was zu Folge hat, dass sich die Zähne in eine bestimmte Position bewegen. Gleichzeitig dehnt die aktive Platte den Kiefer und schafft auf diese Weise Platz für die Zähne während des Gebisswechsels. Im Rahmen der Behandlung können Träger und Arzt die in der Platte verbauten Zug- und Druckschrauben verstellen, um die Wirkung zu verändern.

Die zweite Variante heißt funktionskieferorthopädische Apparatur oder FKO-Gerät und dient einem anderen Zweck. Diese Form der Zahnspange soll nicht nur einzelne Zähne bewegen, sondern auch die Kieferlage beeinflussen. FKO-Apparaturen kommen etwa dann zum Einsatz, wenn beispielsweise der Unterkiefer zu weit zurück liegt.

Die Therapie mit einer losen Zahnspange beginnt bereits mit den Untersuchungen. Dabei wird ein Abdruck des Gebisses angefertigt, anhand dessen die Zahnspangen individuell angefertigt werden. Zu den Untersuchungen gehört übrigens nicht nur der Blick auf die Zähne, auch das Kiefergelenk als Ganzes muss untersucht werden. Die fertige Zahnspange muss anschließend über die individuelle Tragedauer eingesetzt werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Kiefer, Zähne und Behandlungsfortschritt werden im Rahmen von regelmäßigen Arztbesuchen überprüft.