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Behandlungsablauf und Risiken bei Zahnimplantaten

Aufgrund der unterschiedlichen Implantatformen unterscheidet sich natürlich auch der Behandlungsablauf beim Einsatz eines Zahnimplantats. Ein wesentlicher und immer notwendiger Schritt bei allen Formen ist jedoch die eingehende Untersuchung des Patienten sowie dessen Beratung im Vorfeld der Behandlung. Hier muss der Arzt den Befund klären und das Implantat mit den größten Erfolgsaussichten auswählen. Im Rahmen der Voruntersuchung wird zudem ein Heil- und Kostenplan entworfen, der der Krankenkasse als Basis für Zuschüsse und für eine objektive Bewertung der Behandlung dient. Erst wenn alle Fragen aus dem Weg geräumt sind, erfolgt die eigentliche Behandlung.

Liegt die Zahnextraktion bereits länger zurück, kann es durchaus notwendig sein, den Kieferknochen aufzubauen. Zieht der Zahnarzt dagegen den Zahn direkt vor der Implantation, wird die Behandlung zwei mögliche Wege nehmen. In einem Teil der Fälle ist es direkt im Anschluss an die Zahnextraktion möglich, das Implantat einzusetzen. Die zweite Variante nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch. Ist der Zahn entfernt, wird dem Kiefer Zeit zum Abheilen gegeben. Nach einem Zeitraum von mehreren Wochen wird der Bereich wieder freigelegt und der Arzt bereitet mithilfe eines Bohrlochschemas den Kiefer auf das Einsetzen des Implantatkörpers vor. Bis die Suprakonstruktion – der eigentliche Zahnersatz – eingesetzt werden kann, vergehen nochmals einige Wochen. Während der Einheilphase erreicht das Implantat seine volle Belastbarkeit und ist den Herausforderungen des Alltags gewachsen.

Zahnimplantat

Zahnimplantat ©iStockphoto/vladru

Abgeschlossen ist die Behandlung mit dem Einsetzen der Suprakonstruktion. Zwischen dem Implantieren des Implantatkörpers und der Suprakonstruktion können 6 -12 Wochen liegen. Diese komplizierte und langwierige Behandlung kommt i. d. R. bei mehrteiligen Implantaten zum Einsatz, hat aber Vorteile. Durch das Einheilen ohne Suprakonstruktion werden unerwünschte Belastungen vermieden, die zum Implantatverlust führen können.

Chancen und Risiken bei Zahnimplantaten

Zahnimplantate sind in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bestandteil im Bereich Zahnersatz und Prothetik geworden. Speziell die hohe Lebensdauer und die Tatsache, dass ein Implantat im Kiefer als Stützelement eine ähnliche Wirkung entfaltet wie ein gesunder Zahn machen Implantate so vorteilhaft. Auf der anderen Seite stehen natürlich Risiken, die nicht verschwiegen werden sollen. Wichtig zu erwähnen ist beispielsweise, dass sich ein Implantat ohne operative Maßnahmen nicht einsetzen lässt. Und damit birgt das Zahnimplantat ähnliche Infektions- und Entzündungsgefahren wie jeder andere chirurgische Eingriff. Daher muss bereits während der Behandlung eine umfassende und ausreichende Prophylaxe betrieben werden. Schon allein weil die Mundhöhle von Haus aus mit Bakterien besiedelt ist, sollte der behandelte Zahnarzt diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit schenken.

Ein weiterer Punkt: Solange der Implantatkörper mit dem Kieferknochen noch keine ausreichend feste Verbindung eingegangen ist, kann es durch (meist unbeabsichtigte) Belastungen zu Schäden bzw. einen Implantatverlust kommen. An dieser Stelle ist nicht nur die Zahnmedizin bzw. die Kieferorthopädie gefordert. Um die Vorteile und Chancen einer Behandlung mittels Zahnimplantat voll ausspielen zu können, muss der Patient mitwirken. Ganz besonders betrifft das die Zahnhygiene und den Umgang mit der Zahnprothetik.

Was weder Patient noch Arzt beeinflussen können, ist das Risiko einer Unverträglichkeit. Titan, aus dem heute viele Implantate hergestellt werden, hat sich aber als relativ bioverträglich erwiesen. Trotz der verschiedenen Risiken, mit denen Zahnimplantate behaftet sind: Unterm Strich gehören sie heute zu den haltbarsten und sichersten Formen des Zahnersatzes.

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