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Korrektur eines Überbisses durch Spange oder Operation

Beim so genannten Überbiss stimmt das Lageverhältnis von den Oberkieferfrontzähnen zu den Unterkieferfrontzähnen nicht. Der Oberkiefer ist zu groß bzw. steht zu weit nach vorne oder der Unterkiefer ist zu kurz, was die am weitesten verbreitete Ursache eines Überbiss darstellt. Es wird zwischen horizontalem Überbiss (overjet) und vertikalem Überbiss (overbite) unterschieden. Beim horizontalen Überbiss, umgangssprachlich auch als „Hasenzähne“ bezeichnet, ragt der Oberkiefer stark über den Unterkiefer hinaus. Beim vertikalen Überbiss bedecken die Schneidezähne einen Großteil der darunterliegenden Unterkieferzähne. Der Extremfall davon ist der Tiefbiss, bei dem die Oberkieferfrontzähne die untere Zahnreihe vollständig bedecken.

Möglichkeiten der Korrektur

Es bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten zur Korrektur eines Überbiss. Handelt es sich um ein rein die Zähne betreffendes Problem, reicht, besonders bei Kindern, oft das Tragen einer Zahnspange aus. Betrifft das den Überbiss verursachende Problem den Knochen, kann eine Kieferoperation nötig werden. Allerdings muss häufig auch vor und nach der Kieferoperation für einige Zeit eine Zahnspanne zur Stabilisierung des neu positionierten Kiefers und um feinere Einstellungen der Position zu ermöglichen, getragen werden. Das kombinierte kieferorthopädisch-chirurgische Verfahren ist die bei weitem gängigste Vorgehensweise bei starkem Überbiss, der durch rein kieferorthopädische Maßnahmen nicht zu korrigieren ist.

Unterschiedliche Behandlung bei Kindern und Erwachsenen

Eine Korrektur von Kieferfehlstellungen kann auch noch bei Erwachsenen erfolgen; entgegen der landläufigen Meinung ist es dafür nie zu spät. Mit den neuen Techniken und Methoden können selbst im hohen Alter noch Erfolge erzielt werden. Allerdings unterscheiden sich die Vorgehensweisen bei Kindern und Erwachsenen, da bei letzteren das Gesichtswachstum abgeschlossen ist und daher eine rein kieferorthopädische Behandlung mit Zahnspangen entweder aufwändiger oder auch gar nicht mehr möglich ist. Bei der Behandlung eines Überbiss bei Kindern liegt der Vorteil darin, dass bei diesen das Gesicht noch wächst und mit einer Zahnspange das Wachstum in die richtigen Bahnen gelenkt werden kann. Während bei Kindern häufig die Zahnspange das erste Mittel der Wahl ist, wird bei Erwachsenen häufiger ein chirurgischer Eingriff nötig und eine Zahnspange vor dem Eingriff zur Korrektur des Bisses und danach als stabilisierende Maßnahme eingesetzt.

Überbiss

Überbiss ©iStockphoto/serguacom

Beispielhafte Beschreibung einer OP

Ziel der Kieferoperation ist die richtige Positionierung des Kiefers, wobei dies bei einem Überbiss in den meisten Fällen den zu kurzen Unterkiefer betrifft. Dadurch wird auch ein durch die Fehlstellung disharmonisches Gesichtsprofil normalisiert. Unter Narkose wird der Knochen des Unterkiefers freipräpariert und vom Oberkiefer gelöst, wodurch er, vergleichbar mit einer Schublade, beweglich für den Chirurgen wird und dieser den Unterkiefer in die gewünschte Position bringen kann. Die korrekte Einstellung des Unterkiefers wird dann durch Schrauben und kleinste Platten fixiert. Zusätzlich werden Ober- und Unterkieferknochen miteinander verbunden, dafür werden Gummizüge in im Knochen verankerte Fixationsschrauben eingehängt, was zur Sicherung der Unterkieferposition dient. Zudem muss einige Wochen nach der Operation ein so genannter Splint getragen werden, eine Kunststoffschiene, die bei Bedarf wie etwa zum Essen und Zähneputzen, herausgenommen werden kann und ebenfalls zur Stabilisierung der neu eingestellten Unterkieferlage dient. Je nach Technik kann der Eingriff teilweise anders ausfallen. Patienten sollten sich eingehend bei Ihrem Kieferchirurgen informieren. Der beste Weg bei dieser Art von Eingriff Ängste abzubauen ist, dass man als Patient versteht, was genau gemacht wird.

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