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Lingualtechnik

Zahnspangen kommen überall dort zum Einsatz, wo Fehlstellungen der Zähne behandelt werden müssen. Weit verbreitet ist diese Form der Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. Seit einigen Jahren unterziehen sich aber auch Erwachsene vermehrt kieferorthopädischen Behandlungen. Allerdings kommt es hier – neben dem medizinischen Aspekt – in hohem Maß auch auf eine ästhetische Komponente an. Diese Entwicklung stellt den Behandlungsablauf vor besondere Herausforderungen stellt. Was bedeutet das für Arzt und Patient?

Die Zahnkorrektur soll ein perfektes Ergebnis erzielen, dabei aber gleichzeitig möglichst nicht für die Umgebung erkennbar sein. Zahnspangen erfüllen diesen Anspruch aber in keiner Weise, ganz im Gegenteil: Die Zahnspange ist offensichtlich. Eine Alternative bietet da die sogenannte Lingualtechnik. Damit lassen sich ebenfalls Fehlstellungen korrigieren – und zwar auf ästhetische Art und Weise. Der Clou: Die ebenfalls zum Einsatz kommenden Brackets sitzen nicht auf den Außenseiten der Zähne, sondern innen. Daher sind die Bracket-/Spangen-Systeme nicht auf den ersten Blick sichtbar.

Allerdings stellt diese Form der Behandlung an den Arzt und das Dentallabor besondere Herausforderungen. Bracket-Systeme auf der Innenseite der Zähne bringen verschiedene Probleme mit sich, die im Zuge der Behandlung gelöst werden müssen. Dazu gehört unter anderem eine (zumindest zeitweilige) Veränderung der Aussprache, die zu den größten Nachteilen der „unsichtbaren Spange“ zählt. Trotz allem lernen immer mehr Patienten die Vorzüge dieser Behandlung zu schätzen. Kein Wunder also, dass sich die Lingualtechnik einer immer größeren Beliebtheit erfreut.

Anwendungsgebiete der Lingualtechnik

Die Lingualtechnik kann bei verschiedenen Fehlstellungen der Zähne zum Einsatz kommen. Grundsätzlich zu nennen wären hier unter anderem Rotationen, Intrusionen, Extrusionen und Lückenbildungen, aber auch der Überbiss, Kreuzbiss und eine Nichtanlage der Schneidezähne. Alles in allem verfügt die Lingualtechnik also über ein recht breites Anwendungsspektrum.

Lingualtechnik

Lingualtechnik ©iStockphoto/nobeastsofierce

Warum aber gerade zur Lingualtechnik greifen? Schließlich erfüllt die Multibandbehandlung bzw. eine klassische Spange ganz ähnliche Zwecke. Der Grund, warum Patienten sich für die Lingualtechnik entscheiden, hängt in der Regel mit dem (gestörten) ästhetischen Empfinden zusammen. Da die Apparatur der Lingualtechnik auf der Zahninnenseite sitzt, ist die sie von außen nicht zu erkennen. Die Zahnkorrektur bleibt dem Umfeld auch beim breitesten Grinsen verborgen – ein wichtiger Aspekt für viele Erwachsene mit Fehlstellungen, die sich einer kieferorthopädischen Behandlung unterziehen.

Ein weiterer Punkt, der bei einer Anwendung der Lingualtechnik besonders zu berücksichtigen ist, betrifft den Patienten selbst. Da die Brackets auf der Innenseite der Zähne sitzen, ist gerade die richtige und regelmäßige Zahnpflege von besonderer Bedeutung. Wird diese durch den Patienten vernachlässigt, kann es zu Problemen kommen. Ist bereits absehbar, dass hier ein solch hohes Maß an Mitarbeit nicht möglich ist, sollte auf den Einsatz der Lingualtechnik verzichtet werden.

Ein weiterer Punkt der die Anwendung einschränkt, sind die vergleichsweise hohen Kosten und der Behandlungsaufwand, der bei der Lingualtechnik nicht unterschätzt werden sollte. Trotz der theoretischen Breite des Anwendungsspektrums kommt die Lingualtechnik nicht immer und überall zum Einsatz.