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Zahnzusatzversicherung

Zahnzusatzversicherungen haben in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. In der Bevölkerung ist in letzter Zeit oft der Eindruck entstanden, mit diesen Policen die Lücke zwischen dem 50-Prozent-Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherung und den verbleibenden Kosten für Zahnersatz und Korrekturen schließen zu können. Allerdings ist dieser Schluss nicht immer richtig.

Punkt 1: Die privat abgeschlossenen Zahnzusatzversicherungen übernehmen nur die Differenz zwischen dem Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse und der vertraglich vereinbarten Kostenübernahme. Das heißt, wenn 80 Prozent als Zuschuss vereinbart werden und 50 Prozent von der Kasse kommen, trägt die Zahnzusatzversicherung lediglich 30 Prozent der Kosten, dem Rest der Versicherte.

Punkt 2: Die Zahnzusatzversicherung ist eine Ergänzung und keine Vollversicherung. Ohne Leistung der GKV gibt es auch keine Kostenübernahme durch die Zahnzusatzversicherung. Die Folge: Wer eine Behandlung in Anspruch nimmt, die nicht von der Krankenkasse getragen wird, bleibt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Kosten sitzen, selbst wenn der Schutz durch eine Zahnzusatzversicherung besteht. Es ist daher sehr zu empfehlen, sich vorab genau mit den Vertragsdetails der Versicherungen zu beschäftigen.

Zwei weitere wichtige Details, die Versicherte gern vergessen: Einige Zahnzusatzversicherung staffeln die Kostenübernahme in den ersten Jahren oder deckeln die Leistungen. Beides kann dazu führen, dass unterm Strich Patienten auf den Kosten der Zahnbehandlung zumindest teilweise sitzen bleiben und ins eigene Portmonee greifen müssen.

Zahnzusatzversicherung

Zahnzusatzversicherung ©iStockphoto/designer491

Finanzierung von Zahnkorrekturen

Für die meisten Patienten ist es eine unangenehme und recht neue Erfahrung, zum einen für ihre zahnärztliche Behandlung selbst zahlen zu müssen und zum anderen dafür vielleicht sogar einen Kredit aufzunehmen. Aber es gibt sie dennoch, die Finanzierung für Zahnkorrekturen und Zahnersatz.

Angeboten wird diese Form der Ratenzahlung aber nicht durch die klassischen Hausbanken. Bislang beschränken sich Zahnkredite im Wesentlichen auf einige spezielle Anbieter. Ein echtes Novum dabei ist sicher die Tatsache, dass Finanzierungen von Zahnkrediten direkt durch den Zahnarzt vermittelt werden. Ein Vorteil für Patienten liegt darin, dass die verschiedenen Anbieter solcher Dental-Kredite mit zinsfreien Phasen werben.

Allerdings gilt bei Dentalkrediten wie bei jedem Darlehen: Auf die Konditionen kommt es an. Durch das Vernetzen von Zahnarztpraxis und Kreditvermittlung muss sich der Patient grundsätzlich fragen, welches Interesse beim behandelnden Zahnarzt dominiert – eine nicht immer konfliktfreie Beziehung. Gleichzeitig ist es schwierig, vom Behandlungsstuhl aus die Qualität der Dental-Kredite zu beurteilen. Wer sich nicht auf die Erklärungen des Arztes diesbezüglich verlassen will, muss die Angebote mit einem klassischen Ratenkredit vergleichen. Dabei ist es wichtig, auch das Kleingedruckte zu prüfen und mögliche Nebenkosten einzukalkulieren.

Rein grundsätzlich spricht aber nichts gegen eine Zahnkorrektur auf Raten. Allerdings kann sie den Patienten durchaus dazu verleiten, eine teurere Behandlung in Anspruch zu nehmen als eigentlich notwendig ist. Wichtig ist auch, dass Patienten in Sachen Zahnkredit die Lösung auswählen, die ihren persönlichen finanziellen Bedingungen gerecht wird.

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